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Big is beautiful Mode – Mode für Mollige

Egal, ob man ein neonfarbenes Glanzmagazin im Wartezimmer durchsieht oder den Instagram-Feed herunterscrollt: die Chance, eine Frau mit Kleidergröße 34 zu sehen ist enorm hoch. Durch die (sozialen) Medien werden wir mit Bildern von dünnen, wunderschön angezogenen und meist strahlenden Frauen regelrecht bombardiert. Auch heute noch – trotz aller Aufklärung und Toleranzpolitik -, ist das Bild der Traumfrau noch immer klar definiert: erfolgreich, wunderschön und vor allem dünn. Interessanterweise ist dieses Bild einer Traumfrau eben doch nur ein Bild. Die Realität sieht da nämlich ganz anders aus: Laut Statistik-Portal „Statista“ tragen nur 2,4% aller deutschen Frauen Konfektionsgröße 34 oder kleiner! Größe 40 wird dagegen von 17,7%, Größe 42 von 15,2% sowie Größe 44 von 13,5% getragen.

Was wir in Hochglanzmagazinen zu sehen bekommen und wie die durchschnittliche Frau Deutschlands aussieht, unterscheidet sich also beträchtlich. Diese verzerrte Realitätswahrnehmung führt leider zu folgender Annahme: Dünn sein ist erstrebenswert und jedes zusätzliche Kilo ist zu vermeiden. Hübsch und erfolgreich sein kann man ja nur mit einem BMI im unteren Bereich. Vor allem in der Modebranche wurden Übergewichtige lange Zeit ignoriert oder in eine Kategorie gesteckt, in der es nur lieblose „Mode“ gab. Erst in den letzten Jahren nimmt die Modeindustrie ihre „größeren“ Kunden an und setzt auf „Big is beautiful“ – Mode.

Bild Plus Size UnterwäscheBig is beautiful, auch in der Mode

Das Problem der Verherrlichung des Dünn-Sein wurde von unten her in Angriff genommen. Die Revolution, die gerade passiert, verdanken wir Frauen, die trotz ihres Gewichts und der Meinung der Gesellschaft diesbezüglich, in schöner Kleidung, Unterwäsche oder Bademode posierten, strahlten und überzeugten. Plus-size-Frauen, wie Ashley Graham, wurden zu gefragten und ausgebuchten Models, die täglich den Medien sagen: Big is beautiful.

Ein paar Kilo mehr auf den Rippen bedeuten nicht, dass ein Mensch unglücklicher oder unerfüllter ist. Ein paar Kilo mehr auf den Rippen bedeuten nicht, dass man keine Reizwäsche tragen und sich nicht sexy fühlen darf. Und diesem Trend, den Frauen wie Ashley Graham, Barbie Ferreira oder Iskra Lawrence, folgten zum Glück auch große Mode-Unternehmen. Asos führt nun seit Jahren eine, sehr liebevoll betitelte, „Curve„-Kollektion. Die Kleider für Frauen mit Plus-Size sind bei Asos nicht langweilig, schwarz und sackförmig. Asos‘ Models posieren in bunten Kleidern, kurzen Röcken und ausgeschnittenen Tops. Die Firma Aerie, eine Abspaltung von American Eagle, setzte ein großes Zeichen, als sie aufhörte, ihre Models zu retuschieren. Die Firma wirbt mit einer hohen Diversität an Frauen: dünn, kurvig, übergewichtig. Für alle ist etwas dabei.

Mut bekennen

Ein Hindernis, auf das viele übergewichtige und kurvige Frauen und Männer stoßen, ist die eigene Mauer, die man sich aufgebaut hat. Nachdem so lange Zeit Plus-Size Frauen vermittelt wurde, sie sollen ihre Körper lieber verstecken und sich nur so kleiden, dass sie alle Problemzonen kaschieren, fällt es nun vielen schwer, diese Indoktrinierung zu vergessen. Um die „Big-is-beautiful“-Mode anzunehmen und tragen zu können, muss ein jeder alle unrealistischen Erwartungen und Idole der Gesellschaft vergessen und einfach nur Mode genießen.

Fazit:
Bei „Big ist beautiful“ geht es darum, seine Problemzonen lieben zu lernen und wieder Spaß an Fashion & Co. zu entdecken. Trage das, was dir gefällt und worin du dich wohl fühlst.

Plus-Size-Fashion-Blogs revolutionieren hier das Verständnis von Plus-Size-Mode. Jeder, der sich noch nicht ganz traut oder wohl fühlt in seiner Haut, kann bei bekannten Bloggern wie beispielsweise Theodora Flipper oder Katha von katastrophal.de, Inspiration suchen und finden. Blogger zeigen nicht nur, dass Plus-Size-Fashion spannend, wunderschön und revolutionär sein kann, sondern sie geben auch konkrete Tipps und nennen Online-Shops oder bestimmte Marken, die sich das Wohl kurviger Frauen zu Herzen genommen haben.

Die größten Vorbilder in den Medien

Auch außerhalb der Modebranche leben nun immer mehr Frauen vor: Big is beautiful. Mode, Kunst, Musik und Film akzeptieren nun immer mehr Diversität und feiern auch Menschen, die nicht den bisherigen körperlichen Idealen entsprechen. Frauen wie Adele überzeugen zunächst mit ihren Fähigkeiten und erhalten so den ihnen gebührenden Respekt. Dass Adele Plus-Size ist stört heute niemanden mehr: Niemand stellt die Frage in den Raum, ob sie denn überhaupt glücklich sein kann mit dem Gewicht. Adele, Queen Latifah, Jennifer Coolidge oder America Ferrera sind alles vollschlanke Stars sind Vorläufer und Idole der Plus-Size-Modeindustrie. Sie senden alle eine ganz klare Message aus: Big is successful. Big is happy. Big is beautiful.

Bildnachweis:
Urheber: stphotography / 123RF Lizenzfreie Bilder
Urheber: sergeykarabanov / 123RF Lizenzfreie Bilder
Plus Size Frau CC0 Public Domain-Pixabay.com

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